Faja’s
Porcelain
Natur in Porzellan. Der Charakter einer Blume, von Hand geformt.
Ansatz
Jede botanische Skulptur beginnt mit der Beobachtung einer lebenden Pflanze. Mich interessiert nicht die botanische Perfektion, sondern die Eigenart jeder einzelnen Blüte. Ich suche den Charakter jeder Pflanze zu erfassen — ihren inneren Rhythmus und die feinen Eigenheiten, die sie unverwechselbar machen. Während ich beobachte, nimmt ihr Bild in meinem Kopf allmählich Gestalt an. Meine Aufgabe ist es, dieses Bild in Porzellan und Kupfer zum Leben zu erwecken. Deshalb gleicht keine Skulptur ganz der anderen.
Ursprung
Vor vielen Jahren sah ich den berühmten Porzellanstrauß von 1749 im Dresdner Zwinger. Es berührte mich, dass ein so zartes und scheinbar reglos wirkendes Material nicht nur das Aussehen von Blumen bewahren kann, sondern auch ihre lebendige Gegenwart.
In diesem Augenblick verstand ich, dass es die Lichtdurchlässigkeit des Porzellans ist, die den Eindruck von Licht, Luft und Leben schafft. Von da an wurde Porzellan für mich zu einem Material wie kein anderes.
Seither denke ich darüber nach, wie sich botanische Skulpturen schaffen lassen, die wahrhaft lebendig wirken. Für die Stiele und Blätter ließ ich die Bronze der Dresdner Sträuße bewusst beiseite und wählte stattdessen Kupfer, weil es geschmeidiger und besser zum Löten geeignet ist. Zugleich begann ich, meinen eigenen Weg im Umgang mit Porzellan zu suchen.
Diese Suche dauert bis heute an. Jede neue Skulptur bringt ihre eigenen Herausforderungen und führt mich zu neuen Lösungen.
Gegenwart
Meine Arbeit ist aus einer jahrhundertealten Tradition der botanischen Kunst gewachsen, und doch gehört ihre Sprache der Gegenwart. Weil sie keinem Stil folgt als der Pflanze selbst, gehört sie keiner Epoche und keiner Mode an — und ist darum in einem klassischen wie in einem modernen Interieur gleichermaßen zu Hause, indem sie jedes ergänzt, statt sich ihm anzupassen. Ich schaffe zeitgenössische Skulpturen für die Räume, in denen wir heute leben, und verstehe sie doch nicht als Zierde: Eine Arbeit, die die Gegenwart einer lebenden Pflanze in sich trägt, verwandelt die Luft eines Raumes, statt ihn bloß zu füllen.
Im neuen Raum
Heute finden sich meine Arbeiten in privaten Sammlungen in aller Welt. Am meisten liegt mir daran, dass die Geschichte einer Skulptur erst wirklich beginnt, wenn sie mein Atelier verlässt. Erst in ihrer neuen Umgebung entfaltet sie sich ganz: Das Licht hebt jeweils andere Eigenschaften des Porzellans hervor, und mit der Zeit sammelt die Skulptur leise ihre eigene Geschichte — an der Seite der Menschen, die mit ihr leben. Ich stelle mir gern vor, dass sie am Ende etwas zutiefst Persönliches für ihre Besitzer wird.
Ausgewählte Werke
Atelier
Porzellan und Kupfer
Ich wähle nie zwischen Porzellan und Kupfer; für mich kann das eine ohne das andere nicht bestehen. Das Porzellan lässt die Blüte entstehen, das Kupfer lässt sie leben, sich bewegen und ihre natürliche Anmut bewahren. Zusammen werden die beiden eins.
Talmaris
Der Erste, der meine Arbeit wahrnahm und unterstützte, war Alain-Paul Ruzé von Talmaris in Paris. Etwa zur gleichen Zeit interessierte sich auch Doris Brynner von Dior Maison für meine Skulpturen. Ihr Vertrauen verlangte kompromisslose Qualität, und dieser hohe Anspruch wurde zu einem wichtigen Teil meiner Entwicklung als Künstlerin.
Mit der Zeit wurden Alain und ich Freunde. Sein außergewöhnlicher Blick, seine hohen Ansprüche und seine langjährige Arbeit mit Sammlern in aller Welt haben meine Entwicklung tief geprägt. Ihm verdanke ich, dass ich meine eigene künstlerische Sprache mit weit größerer Klarheit finden konnte.
Über viele Jahre wurde nahezu meine gesamte Arbeit über Talmaris präsentiert. Heute lassen sich ausgewählte Skulpturen auch unmittelbar aus meinem Atelier erwerben.
- Vertreten durch
- Talmaris, Paris seit 2016
- In Zusammenarbeit mit
- Dior Maison, Paris 2016–2018
- Presse
- Forbes 2021